Food Lifestyle

Eine Frage der Ähre!

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Letztes Wochenende war für mich sehr spannend. Ich folgte einer Einladung Der Bio-Spitzenköche und der Bundesanstalt für Landwirtschaft & Ernährung an den Landrand! Für die Veranstaltung war ein spezieller Ort ausgewählt worden. Das Gut Wulksfelde! Mich wundert es nicht, dass sich das Gut Wulksfelde auch über die Stadtgrenzen von Hamburg hinaus bekannt gemacht hat. Seit 1989 gibt es das Gut Wulksfelde. Heute beinhaltet es einen modernen Hofladen, eine eigene Gutsbäckerei, eine Gärtnerei, einen Lieferservice, einen Online-Shop, sowie das Bio-Restaurant, die Gutsküche. Drum herum, viel grün, hofeigene Felder, Streuobstwiesen und viele Mitarbeiter, die es zu dem machen was es letztendlich ist, ein Ort, an dem ich Bio-Gemüse kaufen kann, das direkt nebenan wächst. Ein Ort, an dem ich frisch gebackenes Brot kaufen kann, dessen Getreide quer über die Straße angebaut wird. Ein Ort, an dem eine vielseitige und konsequente ökologische Landwirtschaft mit dem höchsten Standards betrieben wird. Meine Beziehung zum Gut hat aber auch eine emotionale Seite. Meine Kinder sind hier praktisch aufgewachsen. Unendlich schöne Stunden haben wir bei den Schweinen und Ziegen verbracht. Sind ins Baumhaus geklettert, haben im Sommer Erdbeeren gepflückt und haben unter der Wasserpumpe gebadet.

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Letztes Wochenende lernte ich das Gut von einer anderen Seite kennen. Alles drehte sich um das Biogetreide. Wir schauten uns verschiedene Getreidearten an, lernten die Felder kennen, backten unser eigenes Brot in der hauseigenen Backstube und bekamen viel Inspiration wie und was man mit Getreide kreatives kochen kann.  Im einzelnen war es super spannend zu sehen, was letztendlich doch alles dran hängt. Denn bis das Brot auf unserem Teller liegt, hat es einen langen Weg hinter sich. Das vergessen wir im Alltag oft. Wir sehen oft nur das Endprodukt. Das ist ganz natürlich, da wir den Rest der “Produktion” nicht sehen und schon gar nicht drinnen stecken. Das Getreide muss gesät werden, der Boden muss die optimalen Bedingungen haben, das Wetter muss bitte mitspielen, die Ernte muss reibungslos verlaufen. Das Getreide muss gut und sicher transportiert werden. Es muss optimal und schonend gemahlen werden und dann braucht es noch einen Bäcker, der sein Handwerk gut versteht, um daraus herrliche und kreative Brote herzustellen. In der Backstube konnten wir uns alle ein bisschen ausprobieren, wir haben ein Mehrkornbrot gebacken und Franzbrötchen hergestellt. Ich bin heute noch ganz verblüfft, wie viel Arbeit in so einem Franzbrötchen steckt. Sollte ich das nächste mal ein Franzbrötchen zum Kaffee bestellen, werde ich mich innerlich vor dem Bäcker verbeugen 😉 ! Auf alle Fälle hat es großen Spass gemacht, die Arbeitsabläufe zu sehen und dann ein paar Stunden später das eigene Brot in den Händen zu halten.

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Am nächsten Tag öffnete Matthias Gfrörer sein Restaurant, die Gutküche für uns. Wir kochten eine phantastische Suppe, aßen (vegetarisch) “Himmel & Erde”, kochten ein Haferrisotto und füllten Chicoree-Blätter mit Tofu und genossen Quitte zum Nachtisch. Es gab jede Menge gute Gespräche, sehr viel Inspiration und eine Botschaft, die für mich schon lange klar war. Für eine gute, kreative und gesunde Küche ist die Qualität der Lebensmittel das aller wichtigste. Wir können keinen guten Geschmack erwarten, wenn das Grundprodukt nicht stimmt. Deswegen sollten wir unsere Nahrungsmittel gut auswählen auf Qualität achten und uns kritisch fragen, was wir dafür bereit sind, dafür zu bezahlen. Bekannterweise wird ja gerade über Lebensmittelpreise oft geschimpft. Gerade in einem Land, wo laut statistischem Bundesamt für Lebensmittel doch ganze 10% des monatlichen Einkommens für Lebensmittel ausgegeben wird, wundert mich das immer wieder sehr. Haben wir verlernt Lebensmittel zu schätzen? Wissen wir etwa nicht mehr, wie wichtig für den Menschen die Ernährung ist? Mir liegt gerade die ökologische Landwirtschaft sehr am Herzen. Meiner Meinung nach, ist sie die Zukunft und wird laut dem Geschäftsführer Rolf Winter vom Gut Wulksfelde irgendwann völlig normal sein. Bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg. Bio-Lebensmittel erfreuen sich zwar großer Beliebtheit, aber der Gesamtanteil der ökologische Landwirtschaftsfläche lag 2015 in Deutschland bei 6,5% . Ahhhhhhh 6,5% von 100%! Ich heul gleich! Nein, das wäre keine Lösung, denn zum Glück wächst die Nachfrage nach ökologisch angebauten Lebensmitteln jeden Tag. Was in Zukunft die Frage aufkommen lässt, wie man diese auch in Zukunft mit hohen Standards erhalten und erschaffen kann.

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Ich jedenfalls bin immer wieder beeindruckt von der Vielfalt und Qualität die wir hier in Deutschland direkt vor der Tür haben. Und ich bin froh und auch ein bisschen stolz, dass ich so einen wunderbaren “Bioladen” in direkter Nachbarschaft habe. Den ich bei Bedarf ansteuern kann, der meine Familie und meinem YouTube-Kanal sowie meinen Blog täglich mit frischen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgt. Und wer weiß, vielleicht werden auch meine Kinder das Gut Wulksfelde in ihren Herzen behalten und wenn sie irgendwann mal wieder in ihr Franzbrötchen beißen, sich an die Geschichte erinnern, wo Mutti tatsächlich mal eigene Franzbrötchen gebacken hat! Startet gut ins Wochenende.

Liebste Grüße vom Landrand

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1 Comment

  • Reply
    Mrs. Morarty
    3. Dezember 2016 at 14:48

    Was ich selbst sehr traurig finde, ist die Tatsache das der Bedarf an Bioprodukten zur Zeit in Deutschland, gar nicht voll über durch deutsche Biobauern abgedeckt werden kann. Ich gebe zu, das ich es mir dann schon dreimal überlege ob ich dann nicht lieber das regionale Produkt kaufe, das dann zwar nicht Bio ist, aber nicht aus Spanien oder noch weiter weg importiert wurde. Was Deutschland betrifft, ist es auch schwierig, denn für Bioprodukte braucht es auch mehr Land und das gibt es so auch leider nicht. Andererseits stellen grade immer mehr Bauern auf Bio um, sicher auch weil die besser subventioniert werden.

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