Lifestyle

Mein Alltag mit Pferd, Kids & Arbeit

image_pdfimage_print

Seit Ende September ist hier so einiges anders! Mein langersehnter Traum wurde wahr und meine Islandstute Elding zog zu mir in den Norden. Mir war klar, dass sich damit einiges ändern würde, vor allem zeitlich würde ich mich sehr gut organisieren müssen. Ganz klar! Ich habe mich oft vor dem Kauf gefragt: “Ist das überhaupt möglich”?! Klar bei Teenagern kennt man das, sie kommen aus der Schule, erledigen in Windeseile ihre Hausaufgabe und rennen zum Pferd. Zeit ist zwar auch knapp, aber neben Schule, eben noch irgendwie zu schaffen. Aber was, wenn man keine junge Erwachsene mehr ist? Klar, habe ich das Pferdemädchen in mir erhalten, trotzdem habe ich mittlerweile auch andere Verpflichtungen und die, nicht zu knapp. Ich hätte mich gerne mit anderen Mütter ausgetauscht, aber leider kannte ich bis dahin keine reitende Mutter, die auch vor der Frage steht, Familie, Job und eigenes Pferd, geht das überhaupt? Ist das vielleicht gar nicht möglich?! Und wenn ja wie geht das, wie macht man das am besten und ist da bitte Jemand, der mir Tipps geben kann, wie man alles unter einen Hut bekommt!? Ständig stellte ich mir diese Frage. Bis mir klar wurde, das wird mir wahrscheinlich niemand beantworten können. Die Frage ist nämlich nicht, wie machen es ANDERE (wenn es sie denn gibt). Die Frage ist, traue ich mir das zu? Habe ich die Zeit, wie kann ich weitere Zeit schaffen und wie sehr möchte ich das? Bin ich bereit, ALLES dafür zu geben oder gibt es da auch Grenzen?! Wenn ja, wo liegen die? Und gibt es Menschen, die mich im Notfall unterstützen können, sei es direkt am Pferd und Stall, oder auch daheim bei den Kindern? Und auch noch wichtig, was sagt mein Job dazu?! Finde ich Wege, um diesen gut weiterzuführen oder platzt der Traum schon am Zeitmanagement? Kam es mal zu Gesprächen mit nichtreitenden Müttern, haben viele gesagt:” Oh Gott ein eigenes Pferd?! Das ist wie ein viertes Kind!”. “Das würde ich mir überlegen”. Ja und nichts anderes habe ich dann getan. Ich habe überlegt und gedacht und nochmal überlegt und herum geplant. Aber zum Ergebnis bin ich irgendwie nicht gekommen. Monat für Monat wurde ich motivierter und der Wunsch wuchs über mich hinaus, bis ich eines Morgens aufgestanden bin und mir gesagt habe: ” Ich schaffe das, das ist mein Traum – Zeit ihn zu leben”! Den Rest kennt ihr ja (wenn nicht…..könnt ihr hier einiges dazu lesen).

neue-decke

Wie hat sich also mein Alltag durch die Anschaffung meiner Isländerin verändert? Ich muss sagen, es ist wunderschön und so wunderbar, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Allein schon die Fahrt zum Stall ist für mich pure Erholung. Mein Pferd, einfach nur ne Wucht und ich mittendrin. Man muss es natürlich mögen und wer nicht gerne an der frischen Luft ist, sich nicht gerne dreckig macht und sich selber nicht in den Hintergrund stellen kann, für den ist das wohl nichts. Jeder Tag ist hier anders. Mein Mann und ich arbeiten selbstständig, wir können uns also die Zeit frei einteilen. Meist fahre ich morgens in den Stall bevor mein Mann los muss. Oft bin ich bereits um 7.30 Uhr dort und reite meist schon eine halbe Stunde später. Ich mache meine Stallarbeit, die ich täglich selber erledigen muss, reite und versorge mein Pferd immer ganz in Ruhe. Dennoch habe ich die Uhr immer im Blick und hab natürlich nicht die Möglichkeit, im Stall zu versacken und kann mir unendlich viel Zeit lassen. Das wird irgendwann kommen, wenn die Kinder älter sind, aber jetzt ist meine Zeit noch sehr begrenzt. Ich arbeite mit meinem Pferd jeden Tag, immer unterschiedlich, aber wenn ich kann, bewege ich sie täglich. Manchmal geht es eben nicht, wenn ein Sturm über Norddeutschland fegt oder -14 Grad sind und der Boden unreitbar ist, dann hat sie auch gerne mal frei. Deswegen bin ich am frühen morgen oft damit beschäftigt, Zeit mit meinem Pferd zu verbringen. Wie das genau aussieht könnt ihr hier sehen! Eine für mich sehr wichtige Zeit, die mich jeden Tag sehr glücklich macht. Danach kaufe ich ein, erledige Besorgungen und koche das Mittagessen. Mir bleibt immer noch ein kurzer Zeitraum, um regelmäßig Videos zu drehen, Blogbeiträge zu schreiben und den Rest meiner Arbeit zu erledigen. Aber ich muss viel effizienter arbeiten, als zuvor. Muss meine Dinge noch besser planen und auch abends oft nochmal dies und das tun. Was mich überhaupt nicht stört, ich bin viel motivierter und glücklich, wenn ich einiges geschafft habe. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeit man doch gewinnen kann, wenn man sie etwas genauer betrachtet. Hatte ich vorher schon das Gefühl, wenig Zeit zu haben, habe ich mit meinem zeitintensiven Hobby nicht das Gefühl, viel weniger davon zur Verfügung zu haben. Zeit, zum entspannen, bleibt natürlich wenig. Aber das brauche ich auch nicht, denn die Zeit am Stall ist Entspannung. Ich bin viel ausgeglichener, als vorher, die viele frische Luft macht mich wach und tut mir sehr gut. Ich bewege mich auch viel mehr und anders als vorher, was auch sehr zu meinem Wohlbefinden beiträgt. Wenn ich jetzt schon ein kleines Mini-Fazit ziehe, dann stelle ich fest, ja, es ist möglich, Pferd, Kinder und Arbeit können nebeneinander existieren, wenn man es wirklich will, Prioritäten setzt und gut organisiert ist. Und einem klar ist, dass man nicht an jedem Ort gleichzeitig sein kann. Ich bin sehr froh diesen Schritt gewagt zu haben. Denn er zeigt mir, dass gerade auch Mütter mit vielen Verpflichtungen ihre Träume leben können und sich selber nie vergessen oder an sich zweifeln sollten. Mittlerweile kenne ich einige Mütter bei mir am Stall, die auch Kinder haben. Jede hat ihre ganz persönliche Art und Weise Familie, Pferd(e) und Beruf unter einen Hut zu bekommen.  Hätte ich ALLE vorher gekannt, hätte ich bestimmt ein paar (Denk)Falten weniger 😉 !

Liebste Grüße vom Lande

Martina

 

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply
    Silke
    10. Januar 2017 at 20:52

    So toll, ich finde es klasse, das du einfach getraut hast und dir deinen Traum erfüllt hast.
    Denn wir leben jetzt und nicht später. Ich wünsche dir weiterhin einen wunderschöne Zeit mit deinem Pferd, deiner Familie und deinem Mann.
    Liebe Grüße
    Silke

  • Reply
    Carolin
    24. Juni 2018 at 15:36

    Früh nach dem Kindergarten bringen zum Stall ist ein Traum. Ich arbeite jedoch 4 Tage die Woche ab 8/8.30 so ca 20 Stunden da bleibt nur ein freier Vormittag und Haushalt will auch noch gemacht werden… manchmal kann man nicht genug kämpfen irgenwann ist man resigniert weil jede Idee zu optimieren scheitert…..

    • Reply
      Lady Landrand
      30. Juni 2018 at 10:20

      Hallo Carolin, ja es ist oft nicht einfach alles unter einen Hut zu bringen. Gerade weil das reiten extrem zeitintensiv ist. Aber hier und da tun sich kleine Fenster auf. Oft bleibt hier auch der Haushalt etwas auf der Strecke. Aber das ist eben manchmal so. Und auch wenn es nur ein paar Minuten auf dem Pferderücken sind. Genieße es. Ganz liebe Grüße Martina

    Leave a Reply