Food Lifestyle

Milchfrei – wie ersetze ich was!

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Weihnachten ist vorbei, es wurde lecker gegessen und geschlemmt! Aber nicht für ALLE ist die Weihnachtszeit essenstechnisch so einfach. Immer mehr Menschen leiden unter Unverträglichkeiten! Dieses Jahr erreichten mich so viele Mails, Nachrichten und sogar Briefe mit expliziten Fragen rund um die milchfreie Ernährung! Auch auf meinem Kanal ist milchfrei immer wieder ein großes Thema OHNE groß hervorgehoben zu werden. Die meisten meiner Rezepte sind vegan. D.h. sie enthalten keinerlei tierische Produkte! Es gibt aber auch Ausnahmen, denn wenn man eine Familie hat, muss man auch auf ANDERE Rücksicht nehmen. Heute erzähle ich Euch kurz wie ich die gängigen Milchprodukte in meiner Küche ersetzte! Wenn einen die Diagnose Lactoseintoleranz ereilt oder aus anderen Gründen auf Milchprodukte verzichtet werden muss ist der Schock meistens groß! Denkt man aber mehr drüber nach und hat man meist auch keine andere Wahl, stellt man schnell fest, so schlimm ist es gar nicht! Klar muss man sich umstellen, geschmacklich sowie vielleicht auch alte Gewohnheiten. Aber nicht nur Du hast was davon, sondern auch viele, viele Tiere. Die gerade in den nicht ökologischen Betrieben oft viel Leid erfahren. Aber das wissen wir mittlerweile ALLE! Wie also Milchprodukte ersetzten durch gute Alternativen!?

Sahne: Es gibt hier vielerlei Möglichkeiten, welche die BESTE für Dich ist, musst Du einfach ausprobieren. Die Vorstellungen sind hier unterschiedlich. Den einen ist es wichtig, dass es sehr sahneähnlich schmeckt. Für den einen stehen die Inhaltsstoffe im Vordergrund.

  1. Hafersahne: Ich verwende als Sahneersatz mittlerweile fast nur noch Hafersahne. Sie ist etwas flüssiger und leichter als eine herkömmliche Sahne, aber sehr gut verträglich und hat viel weniger Kalorien. Ist also auch Interessant, wenn man die Spaghetti mit Sahnesoße mal etwas fettreduziert anbieten möchte. Hier gibt es geschmacklich sehr große Unterschiede, probiere die Marken durch und stelle selber fest, welche für Dich am besten passt. Leider ist Hafersahne viel teurer als Sahne aus Kuhmilch. Somit muss man gut rechnen und eine Sahnesoße wird schnell mal zum Luxus. Hier spare ich nie am Produkt selber. Sondern verzichte mal lieber auf einen Coffee to go oder verkneife mir Neuanschaffungen auf die ich auch verzichten kann.
  2. Sojasahne: Auch ein sehr beliebter Sahneersatz, der Kuhmilchsahne geschmacklich am nächsten kommt! Sie lässt sich in kalten und warmen Speisen problemlos anwenden und ist auch von der Konsistenz ähnlich sämig wie Sahne. In vielen Fällen lässt sie sich auch gut aufschlagen (gilt nicht für jede Marke) und ist somit auch für den Kuchen oder das Dessert sehr interessant. Mit Sojasahne habe ich angefangen meine Rezepte zu kochen. Geschmacklich finde ich sie super, trotzdem verwende ich sie höchst selten. Das liegt mittlerweile daran, dass Soja genau wie Mais das am meisten gentechnisch veränderte Produkt der Welt ist! Da ich zu 98% nur Bioprodukte kaufe, habe ich kein Problem hin und wieder Soja zu essen und achte auch nicht wie verrückt auf meinen Sojakonsum. Ich habe aber 1-2 Marken meines Vertrauens die ich auch hin und wieder gerne konsumiere. Eine Firma baut in Deutschland die Sojabohne an. Das unterstütze ich natürlich. Trotzdem kommt Soja meist von weit her. Der Sojabedarf hat stark zugenommen, somit steigt auch der Anbau von Soja in Europa und weltweit. Die Sojabohne ist naturbelassen ein tolles Produkt. Doch muss man sie kritisch betrachten, gerade wenn man öfter Soja konsumieren möchte. Oft ist für den Kunden die Herkunft der Sojabohne, genverändert oder nicht, nicht ganz klar und genau nachzuvollziehen. Somit gilt für mich. Wenn Soja, dann Bio und sie steht nie täglich auf meinem Speiseplan.
  3. Reissahne: Sahne aus Reis ist sehr dünnflüssig und ich setzte sie gerne auch als Kaffeesahne ein. Ein Schuss Reissahne im Kaffee schmeckt herrlich und ist wie Reismilch leicht süsslich im Geschmack. Reissahne mische ich auch sehr gerne mit Hafersahne. Auch Over-night-Oats schmecken phantastisch über Nacht in Reissahne eingeweicht.  Auch Gerichte wie Milchreis oder Pfannkuchen, bereite ich super gerne mit Reissahne zu. Ist gehaltvoller als Reismilch, aber trotzdem viel leichter als eine Soja- oder Hafersahne.
  4. Seidentofu: Verwende ich meist für Lassi Drinks oder Quiche. Da ich keine Eier verwende, ist das eine tolle Alternative im Gemüsekuchen oder für kühle Sommerdrinks. Auch toll eignet er sich für Salatdressings. Hier hat man wieder das Thema Soja JA oder NEIN. Das muss letztendlich jeder selber entscheiden. Auch für ein veganes Omelett ist Seidentofu klasse. Und steht hier und da gerne auf meinem Speiseplan.
  5. Cashewsahne: Ist eine der besten sojafreien Alternativen und kann leicht selber gemacht werden. (Rezept folgt bald). Der Nachteil ist hier mal wieder, dass Cashewnüsse etwas teurer sind. Hier gilt aber wieder die Wertschätzung für das Produkt und für die Ernährung. Ich mache z.B. meine Cashewmilch in meinem Slow-Juicer immer selber. Ich habe mein Nussregal im Bioladen immer gut im Auge, gibt es Angebote, schlage ich zu. Ausserdem kaufe ich meist Großpackungen, die sind oft (nicht immer) günstiger.
  6. Kokosmilch: Ist ein sehr guter Sahneersatz und kann problemlos wie Sahne eingesetzt werden. Ich koche mit ihr auch Pasta und Sahnesaucen für andere Gerichte. Man könnte denken, dass alles nach Kokos schmeckt, aber dem ist nicht so. Einfach mal ausprobieren. Gerade Kokos in Verbindung mit Thymian und Curry schmeckt himmlisch und man kann  die tollsten Saucen zaubern. Ausserdem ist Kokosmilch eine gesunde, kalorienarme Alternative und fast überall zu haben.

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Milch: Die Auswahl an Milchalternativen ist mittlerweile sehr groß. Hier meine Lieblinge und die, die ich am liebsten verwende

  1. Hafermilch: Verwende ich meist für Kaffee und Tee, aber auch Shakes oder Desserts, süßen Reis aber auch für die Frühstücksflocken. Hier lohnt es sich wieder die Marken auszuprobieren und zu vergleichen. Denn Hafermilch ist nicht Hafermilch. Wer also einmal geschmacklich nicht überzeugt war. Probiert weiter und findet bestimmt bald sein Lieblingsprodukt. Sie kann gut aufgeschäumt werden, der Schaum hält sich aber nicht so lange und ist nicht dicht und kräftig.
  2. Dinkelmilch: Auch immer wieder gerne genommen. Schmeckt unheimlich mild, ist aber etwas kräftiger als Hafermilch. Mir schmeckt sie im Kaffee auch im Tee und ich verwende sie wie Hafermilch. Ich finde es wunderbar eine Alternative zu haben die auch vom Vitamin – und Mineralstoffgehalt etwas anders ist. Dinkel ist etwas teurer als Hafer. Somit ist sie nicht günstig zu haben. Hin und wieder kaufe ich sie gerne. Dinkelmilch lässt sich nur bedingt gut schäumen. Aber was solls. Schmeckt trotzdem gut.
  3. Mandelmilch: In den USA ist Mandelmilch seit Jahren der Renner. Und auch hier wird sie immer beliebter. Schmeckt leicht mandelig und ist gerade im Kaffee beliebt. Ich mag sie am liebsten ungesüßt und weiche damit gerne meine Haferflocken ein. Nur Mandelmilch finde ich aber einseitig. Ich brauche hier und da mal Abwechslung. Mandelmilch kann man leicht selber machen und das mache ich auch gerne! Preislich liegt sie höher als die Dinkelmilch. Hier sind 3,99€ keine Seltenheit. In anderen Ländern ist sie oft unerschwinglich und ein echtes Luxusprodukt. Aber eine super Milchalternative!
  4. Buchweizenmilch: Liebe ich im Porridge und auch als Drink. Man muss Buchweizen mögen denn er kommt geschmacklich gut raus und ist nicht Jedermanns Sache! Auch zum backen ist sie klasse. Gerade Muffins werden mit ihr besonders saftig. Im Kaffee oder Tee mag ich sie nicht so sehr. Trotzdem kaufe ich sie hin und wieder um geschmacklich mal etwas anderes zu verwenden.
  5. Sojamilch: Ist für mich die Nummer 1 , wenn es um Milchschaum geht. Der Schaum ist dicht, stark und sämig lecker. Keine Milch schäumt so gut wie sie. Wie ich schon bei der Sojasahne geschrieben habe steht sie nicht immer auf dem Einkaufszettel. Trotzdem könnte ich zu 100% nicht auf sie verzichten! Gerade im Kaffee sehr beliebt!
  6. Reismilch: Ist bei meinen Kindern die Nummer 1. Ideal als Drink, Kakao der Milchshake mit Früchten. Sie ist von Natur aus süßlich und gerade auch in süßen Desserts, Reisgerichten und auch zum backen ideal. Die Konsistenz ist sehr wässrig und nicht so gehaltvoll. Trotzdem nicht wegzudenken.
  7. Kokosmilch: Verwende ich meist zum kochen. Im Kaffee oder Tee mag ich sie geschmacklich nicht. Mache ich gerade im Sommer Frucht-Shakes oder Eis, steht sie wieder weit oben auf der Liste! Leicht, mild und fettarm. Perfekt!
  8. Cashew- Macadamiamilch: Ist sehr kostspielig und wird von mir immer selber gemacht. Geschmacklich top. Gerade zum backen von Nusskuchen klasse, da sie den nussigen Geschmack unterstützt. Auch für einen Macadamia-Latte mit Karamell bin ich immer zu haben. Fällt aber ganz klar unter die Kategorie Luxusgut. Und muss nicht immer sein. Gerade bei einem 5 Personenhaushalt sind mal 2 Liter ok. Danach bitte wieder eine ANDERE!

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Käse: Spielt ehrlich gesagt hier nicht so eine große Rolle. Es gibt aber einige Käsealternativen die durchaus schmackhaft sind.

  1. Frischkäse auf Sojabasis: Gibt es mittlerweile reichlich im Angebot. Hier lohnt es sich wieder geschmackliche Vergleiche anzustellen. Zum kochen oder auf Brot hin und wieder gerne genommen. Gerade auch für Lasagne wegen der festen Konsistenz ideal.
  2. Frischkäse auf Mandelbasis: Ist für mich die beste Alternative. Gerade für`s Brot mit Schnittlauch und Gewürzen herrlich. Top im Geschmack aber kostenintensiv. Am besten selber zubereiten.
  3. Feta & Mozzarella auf Sojabasis: Kommt gerade im Sommer zum grillen oder im Salat zum Einsatz. Geschmacklich kommt er gut an und ist hier und da eine optimale Alternative zum richtigen Feta und Mozzarella!

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Quark & Joghurt: Hier wird’s oftmals schwer. Da sich die Joghurtalternativen geschmacklich sehr stark unterscheiden und auch nicht immer gut sind. Für mich ist selber machen hier das oberste Gebot. Wer Soja gerne isst hat hier gute und schnellere Alternativen.

  1. Joghurt & Quark auf Sojabasis lassen sich fast überall finden, sind gut haltbar und kommen Quark und Joghurt geschmacklich sehr nah. Gerade als Müsli oder mit Frucht sehr köstlich. Aber auch als Basis für Brotaufstrich sehr vielseitig.
  2. Cashewquark ist eine tolle Alternative und recht gut selber zu machen. Jedoch schaffe ich das nicht immer, aber hier und da schon gemacht und für gut befunden!
  3. Mandelquark: Gibt es als Mandelschmand auch bei mir im Bioladen. Preislich sehr intensiv macht man den am besten selber. Ich verwende ihn am liebste für Lasagne, für Süßspeisen und Desserts. Aber auch zum backen gerade für süßliche Brote ein Hit. Er ist aber auch eine perfekte Grundlage für Brotaufstriche und Dips aller Art!

Streichfett: Hier ist für mich Margarine die BESTE Alternative. Das Pflanzenöl unterliegt aber vielen Arbeitsprozessen und ist nicht so natürlich wie man immer glaubt. Trotzdem ist sie mein Favorit. Es gibt aber auch Streichfette aus Chiaöl oder Kokosfett. Schmecken auch sehr gut. Aber für mich kein ständiger Begleiter!

Eigentlich ist es ganz leicht Kuhmilch voll und ganz zu ersetzten. Das größte Problem sehe ich immer wieder darin, dass man oft noch nicht das Produkt gefunden hat was einem wirklich schmeckt. Da pflanzliche Milch oft gut haltbar ist lohnt es sich auch weitere Strecken zu fahren und dann gleich 10-15 Liter zu kaufen. Denn was nützt es einem wenn man zwar Alternativen hat, diese aber nicht schmecken. Wer regelmäßig Pflanzenmilch trinkt, sollte sich ebenfalls überlegen ob er diese nicht hin und wieder selber machen möchte. Hierfür gibt es verschiede Geräte und Entsafter die das können. Selbst wenn man nicht immer Pflanzenmilch selber machen möchte lohnt sich das oft preislich. Geschmacklich ist eine selber gemachte Reis oder Cashewmilch nicht zu toppen. Vorsicht! Man könnte sich daran gewöhnen 😉

Schreibt mir doch mal was Ihr am liebsten als Milchalternativen verwendet und was Euch dabei wichtig ist. Habt noch einen wunderschönen Tag.

Liebste Grüße vom Landrand

Martina

 

 

 

 

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5 Comments

  • Reply
    János
    27. Dezember 2016 at 14:08

    Hallo Martina,
    ich finde beim Punkt Sojasahne widersprichst du dir selber.
    Gentechnisch verändertes Soja wird in der Tierhaltung verwendet, und nicht bei veganen (biologischen) (Ersatz)Produkten.
    Und Hofgut Storzeln ist wirklich eine gute Marke (natürlich auch ohne gentechnisch veränderte Pflanzen).

    Schöne Grüße

    János

    • Reply
      Lady Landrand
      27. Dezember 2016 at 14:11

      Hallo János,
      da bin ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher! Das soll nur so sein, aber wer weiß das schon! Ich bin da immer skeptisch! Hofgut Storzeln ist auch geschmacklich toll. Hast Du auch ein Lieblingsprodukt?! Viele Grüße

  • Reply
    mirisway
    27. Dezember 2016 at 23:31

    Huhu. Ich liebe Hafermilch. Als Joghurt nehme ich gerne den kokosjoghurt von harvestetmoon. Kennst du den? LG Mir i. Und danke für diesen Post

    • Reply
      Lady Landrand
      29. Dezember 2016 at 8:18

      Hallo Miri, Oh ja den kenne ich. Ich mag den auch hin und wieder! Stimmt auch eine tolle Alternative!Ganz liebe Grüße an die See!

  • Reply
    Cashew-Joghurt selber machen! – Lady Landrand
    30. Dezember 2016 at 16:32

    […] Milchfrei – wie ersetze ich was! […]

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