Food Lifestyle

„Umtopfen im Kopf“ – selber aktiv werden für den Schutz der Wildbienen.

Anzeige / in Kooperation mit REWE
image_pdfimage_print

In den letzten Wochen habe ich mich sehr viel mit dem Schutz der Bienen und anderen bestäubenden Insekten beschäftig. Der Workshop „Umtopfen im Kopf“ von REWE und dem NABU wirkt noch nach und hat meine Sensibilität für dieses wichtige Thema geweckt. Wie es aktuell um die Wildbienen steht und was wir im Workshop genau gelernt und getan haben, kannst Du in Teil 1 und  Teil 2 hier und auch hier nachlesen.

Für mich ist dieses Thema unheimlich interessant und meiner Meinung nach, geht die Herausforderung jetzt erst richtig los. Denn das Erlernte in den Alltag zu integrieren und auch umzusetzen, ist ja immer die größte Herausforderung.

Dabei ist es gar nicht schwierig, den Bienen einen schönen und nachhaltigen Lebensraum zu gestalten.

Heute verrate ich Euch, welche Dinge ich in Zukunft besonders beachten werden, um aktiv meinen Teil zum Bienenschutz beizutragen.

  1. Heimisches Saatgut verwenden: Da ich ein riesiger Bio-Fan bin und meinen Garten gerne so natürlich wie möglich gestalte, ist mir die Verwendung von Bio-Saatgut nicht neu. Durch den Workshop habe ich aber gelernt, vermehrt darauf zu achten, für welche Regionen das Saatgut gemacht ist. Im Norden gedeihen andere Pflanzen besser als im Süden. Es gibt nassere Regionen und auch trockenere. Grund genug, einfach mal in eine nahe gelegene Gärtnerei zu gehen, um sich einmal beraten zu lassen. Der Gärtner weiß natürlich genau, welche Wildblumen die Bienen besonders mögen und was, wann und wie gut wächst. Solltest Du mitten in der City wohnen, kannst Du Dich natürlich auch online beraten lassen. Dein Saatgut kommt dann einfach per Post zu Dir nach Hause. Vermehrt auf regionales Saatgut zu setzen, ist in meinen Augen ein wichtiger Bestandteil des Bienenschutzes. Die natürliche Infrastruktur der Natur wird hiermit unterstützt und das kommt auch den Wildbienen zugute.

2. Natürliche Lebensräume gestalten: Natur braucht Raum, deswegen beherzige ich heute ganz bewusst in meinem Garten ein paar Plätze etwas „wilder“ zu belassen. Natürlich hält man seinen Garten immer ganz gerne in Schuss. Man möchte sich wohlfühlen und ihn gut nutzen können. Dabei muss natürlich nicht jede Ecke “durchgestyled” sein. Hier mal etwas Unkraut stehen lassen, dort die Büsche mal etwas natürlicher gestalten. Seit dem Workshop weiß ich auch, dass sich eine Wildbienensorte besonders gerne durch Brombeerstängel nagt. Da wir viele Brombeersträucher haben und hier öfter mal kleine Äste abknicken, belassen wir diese jetzt als natürlichen Rückzugsort. Früher haben wir solche Äste relativ zügig entfernt. Jetzt dürfen sie so bleiben und die nächste markbewohnende Biene kann gleich einziehen.

3. Seedbombs selber machen: Ein absolutes Highlight ist immer wieder das „Seedbombs-Selber-Machen“. Meine Kinder sind immer wieder begeistert, denn hierbei kann man matschen, kneten und wässern was das Zeug hält. Die Samenbombe sieht zwar erst einmal ganz unspektakulär aus, blüht sie aber auf, wird es in vielen Balkonkästen und Gärten wunderschön bunt. Auch als kleines Gastgeschenk ist sie besonders beliebt und kann als nachhaltiger “Blumenstrauß” dienen, der immer gut ankommt.

Samenbomben-DIY (ca. 20 Seedbombs)

4 TL Saatgut nach Wahl (regionales Saatgut verwenden)

17 EL Blumenerde (gerne ohne Torf. Warum? dazu gleich mehr)

15 EL Ton- oder Lehmpulver

etwas Wasser

Kaffeelöffel

Teller zum Trocknen

Schüssel zum Mischen

Blumenerde, Saatgut und Tonpulver mit etwas Wasser mischen. Erst ein wenig Wasser nehmen und alle Zutaten gut vermengen. Jetzt gibst Du nach und nach mehr Wasser zu der Erde. Aus der Masse sollten sich schöne kleine Kugeln formen lassen. Das kannst Du sehr gut mit einem Kaffeelöffel machen. Du kannst aber natürlich auch nur mit den Händen arbeiten.

Die fertigen Samenbomben auf einen Teller geben und in der Sonne gut trocknen lassen.

Nun sind sie zum Aussäen oder Auswerfen bereit. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Samenbombe leicht in die Erde zu drücken und nur ganz leicht mit Erde zu bedecken.

Regelmäßig gießen und schon bald kann man den Blumen beim Wachsen zusehen.

Hier solltest Du darauf achten, dass Du torffreie Erde verwendest, denn über 60 % der europäischen Moore sind bereits abgebaut und somit faktisch zerstört.

Moore sind einzigartige Lebensräume, die auch vielen bedrohten Tierarten ein Zuhause bieten. Außerdem speichern sie Unmengen an Kohlenstoff und sind somit sehr wichtig für den Klimaschutz. Torffreie Erde gibt es problemlos im Bau- oder im Gartenmarkt.

Bei kleineren Mengen, zum Beispiel für Bepflanzungen auf dem Balkon, gibt es passende torffreie Erden sogar bei REWE in vielen Märkten – eine in meinen Augen bessere Alternative für unsere Umwelt.

Die Zeit der Aussaat richtet sich nach dem von Dir gewählten Saatgut. Das Schöne an den Samenbomben ist, sie fühlen sich im Blumentopf und auf dem Balkon genauso wohl wie im eigenem Garten.

Solltest Du Seedbombs noch nicht selber gemacht haben, wird es höchste Zeit. Sie sind eine besonders schöne Art, den Wildbienen einen bunten und natürlichen Lebensraum zu erschaffen.

 

4. Nisthilfen lieber selber machen: Die sogenannten Insektenhotels sind hier in der Vorstadt sehr beliebt. Mit der Anschaffung eines Insektenhotels aus dem Pflanzen- oder Baumarkt glauben viele, etwas Gutes für den Schutz der Biene oder anderen Insekten beizutragen.

Auf dem Workshop hat uns Dr. Maren Meyer-Grünefeldt vom NABU erklärt, dass die meisten Mehrartenhäuser nur bedingt oder gar nicht für Bienen und andere Insektenarten geeignet sind.

Oft bieten diese Insektenhäuser einen nicht ausreichend tiefen Unterschlupf und damit Schutz für die Nützlinge.

Auch sind die Öffnungen sind nicht groß genug oder scharfkantig, so dass sich Wildbienen oder andere Insekten daran verletzen könnten. Auch das Material spricht die Biene nicht immer an.

Denn Bienen suchen sich besonders natürliche und naturnahe Materialien zum Nisten und Verweilen aus.

Wer Lust hat, ein Mehrartenhaus selber zu bauen, schnappt sich am besten ein paar Freunde oder die Familie und baut aus natürlichen Materialien (aus dem Baumarkt) sein eigenes Exemplar.

Wem das zu aufwendig ist, der kann sich auch schnell und unkompliziert eine einfachere Nisthilfe bauen.

Für mich ist das besonders alltagstauglich, da es relativ schnell geht und ich hier auch meiner Kreativität folgen kann.

Das macht nicht nur Spaß, sondern entlastet gleichzeitig auch noch die Umwelt: Upcycling ist hier das Stichwort.

Hierfür kannst Du schauen, was im Keller oder in der Garage noch an Materialien vorhanden sind, die Du nicht mehr gebrauchen kannst. Aus Dosen, Eimern oder Töpfen kannst Du mithilfe von Natur- oder Papphalmen, aus Schilf, Lehm oder Sand einen attraktiven Nistplatz für die Wildbienen schaffen. Ein paar Tipps dazu findest Du hier in meinem vorherigen Blogbeitrag.

5. Wissen weitergeben und begeistern: Viele Menschen in meinem Umfeld haben natürlich mitbekommen, dass ich mich gemeinsam mit REWE für den Bienenschutz einsetze.

Viele kamen mit Fragen auf mich zu und ich habe gemerkt, dass sehr großes Interesse besteht. Im Freundes- und Bekanntenkreis konnten wir uns schon viel darüber austauschen.

Es sind tolle Gespräche entstanden, die auch andere dazu angeregt haben, ein Bienenretter zu werden.

Da kann man mal wieder sehen, dass wirklich jeder einen Beitrag leisten kann und dass Artenschutz im eigenen Garten oder auf dem Balkon anfangen kann.

Wie Du siehst, ist vieles aus dem Workshop in meinen Alltag geflossen.

Einige Sachen erledige ich nebenbei, andere brauchen dafür etwas mehr Aufmerksamkeit.

Auf alle Fälle habe ich mein Wissen

über Bienen- und Insektenschutz

in den letzten Wochen sehr erweitern können.

Ich hoffe, ich konnte Dich auch etwas inspirieren, unseren Wildbienen

mehr und artgerechteren

Lebensraum zu schaffen. Ich bin mir ganz sicher, dass wir gemeinsam ganz viel erreichen werden, denn jede Biene zählt!

Macht Euch einen wunderschönen Tag

Martina

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply