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“Umtopfen im Kopf” & wie Du Wildbienen ein besseres Zuhause erschaffen kannst!

Anzeige / in Kooperation mit REWE
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In den letzten Wochen habe ich, wie so oft, viel Zeit damit verbracht, neue Rezepte zu kreieren und Neues in der Küche auszuprobieren. Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, was wir für ein tolles und vielfältiges Angebot hierzulande im Supermarkt, aber auch im Bioladen haben.

Äpfel, Birnen, Beeren, Brokkoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken in bester regionaler Qualität und in Hülle und Fülle. Für uns ist dieses breite Angebot selbstverständlich. Bedenkt man jedoch, dass die Bienenpopulation in den letzten Jahren rapide abgenommen hat, könnte es in Zukunft ganz anders aussehen.

In Deutschland gibt es rund 560 Wildbienenarten und etwa die Hälfte ist vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. 

Die Wildbiene gehört zu den wichtigsten bestäubenden Insekten unserer Lebensmittel. Ohne sie sähe es vermutlich in den Regalen der Lebensmittelmärkte völlig anders aus.

REWE und der NABU haben es sich zur Herzensaufgabe gemacht, ihren Teil dazu beizutragen, dass Wildbienen wieder bessere Lebensräume finden und sich weiterhin in der Natur wohlfühlen können. Seit mehr als 10 Jahren setzt sich REWE für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Dabei sind viele tolle Projekte entstanden, die Wildbienen schützen, ihren natürlichen Lebensraum erhalten und dafür sorgen, dass die Bienen auch weiterhin für uns so aktiv bleiben. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Zum Glück kann aber jeder etwas tun und somit zum Bienenretter werden. Um diese tolle „Message“ zu verbreiten, hatten REWE und der NABU zu einem tollen Event in Hamburg eingeladen. „Umtopfen im Kopf“ hieß der Workshop, an dem ich vor ein paar Tagen teilgenommen habe. Ihr wollt wissen, was Ihr für die Wildbienen tun könnt? Hier kommen ein paar gute Tipps.

  1. Aussaat von Wildblumen ist eine der buntesten Möglichkeiten. Du brauchst dafür aber etwas Geduld, denn die Blumen müssen natürlich erst wachsen und das passiert nicht von heute auf morgen. Blüht es aber erstmal auf dem Balkon oder im Garten, ist der Effekt nicht nur wunderschön, sondern auch sehr nachhaltig. Heimische Wildblumen sind nämlich oft viel resistenter als nicht heimische Züchtungen und kommen besser mit bestimmten Witterungsverhältnissen klar und sind meist nicht so empfindlich. Wildbienen besuchen Wildblumenarten viel lieber und fühlen sich in einer natürlichen Umgebung besonders wohl. Das Ausbringen des Saatgutes ist zwischen Februar bis Mai oder von August bis Oktober sinnvoll. Am besten gelingt das Aussäen vor feuchter Witterung oder wenn anschließend die Saatfläche vorsichtig gewässert wird. Das Saatgut kann hier mit etwas Füllstoff leichter auf den Boden gebracht werden. Das kann Sand aber auch z.B. Quetschgerste sein. Du kannst die Saat einfach mit der Hand auf den Boden bringen (ausstreuen). Am besten auf dem ausgewählten Stück einmal längs und einmal quer. Danach das Ganze unbedingt leicht anwalzen bzw. leicht in den Boden drücken. Auf dem Workshop haben wir dafür ein handliches Brett mit Griffen verwendet. Zuhause habe ich auch ein ähnliches in der Garage gefunden. Sei kreativ und nimm das, was Du bereits daheim liegen hast. Auch wichtig ist die Verwendung von Regio-Saatgut. Das sind Saaten von Pflanzen, die so in dieser Form bereits in der Natur vorkommen. Sie sind von Region zu Region unterschiedlich. Überall wächst je nach Boden und Witterung etwas anderes gut. Deswegen ist es hier sinnvoll, Wildblumen und Pflanzen zu wählen, die sich auch in Deiner Region wohl fühlen.

2. Bienensteine und individuelle Nisthilfen sind wohl mit die kreativsten Arten, Bienen ein schönes Zuhause zu bereiten. Hier erstellst Du aus Ton (der später lufttrocknet) einen Bienenstein, den Du so gestalten kannst, wie Du magst. Mithilfe von Schilf, Papphalmen und Lehm-Sandgemischen (3:2), kannst Du relativ schnell einen schönen und attraktiven Ort für die Wildbienen schaffen. Einfach Ton in die gewünschte Form bringen und mit einem Stab Löcher (2-6 mm) in den Ton stechen. Die Löcher sollten ca. 8-10 cm tief sein. Dabei solltest Du darauf achten, dass der Ton nicht durchgestochen wird. Denn die Biene soll sich zurückziehen können und sich geschützt fühlen. Die Nisthilfe ist nicht für alle Wetterlagen geeignet. Deswegen solltest Du einen Standort wählen, der geschützt oder überdacht ist und der gut angeflogen werden kann. Der Bienenstein sollte auch fest stehen und nicht kippeln.

Bienen brauchen und sammeln auch Wasser. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen eine Wasserstelle zu bieten. Hierfür einfach eine Schale mit ein paar Steinen füllen. Etwas Wasser hineingeben und aufstellen. Hier sollten viele unterschiedlich hohe Steine in der Schale sein, damit die Bienen gut landen und wieder abfliegen können. Eine schöne und sehr einfache Art schnell etwas für den Schutz und die bessere Versorgung der Bienen zu tun.

3. Das Mehrartenhaus. Diese Nisthilfe kennst Du bestimmt als sogenanntes Insektenhotel. Dieser Ort ist besonders attraktiv für viele Arten von Insekten. Da es aus verschiedenen Materialien besteht, werden hier Strukturen geschaffen, die gerade in Städten fehlen. Aber auch am Stadtrand sind natürliche Lebensräume oft rar, da die Gärten zum Teil sehr bienenunfreundlich angelegt werden und eine natürliche Vielfalt einfach fehlt. Das Mehrartenhaus kannst Du persönlich so gestalten, wie Du magst. Am besten Du planst diese Aktion mit ein paar Freunden oder mit der Familie. Das Material findest Du im Baumarkt. Sprich gerne mit einem Mitarbeiter über Dein Vorhaben, er hilft Dir bestimmt gerne weiter und schneidet für Dich Holz zurecht und zeigt Dir, was Du sonst noch alles brauchst. Das Haus sollte an einem sonnigen und trockenen Standort fest angebracht werden und nicht wackeln. Auch hier sollten die Löcher und Bohrungen ca. 2-6 mm betragen. Das Mehrartenhaus ist immer eine etwas größere Aktion. Aber zusammen kann man einiges erreichen. Auf alle Fälle ist es eine tolle Aktion, heimischen Wildbienen und anderen Insekten ein schönes zu Hause zu bieten.

4. Seedbombs. Vielleicht kennst Du schon die etwas andere Art Wildblumen auszusäen!? Seedbombs sind hier zu Hause sehr beliebt. Ich mache diese mit den Kindern öfter selber und wir lieben sie. Sie werden ganz einfach im Balkonkasten oder in den Blumentopf gepflanzt und schon bald zeigt sich eine schöne, bunte Blütenpracht. Auf dem Workshop haben wir ganz fleissig Samenbomben geknetet. Ich stelle immer wieder fest, dass ich das total gerne mache. Etwas mit den Händen zu erschaffen wirkt auf mich immer sehr erdend und beruhigend. Und wenn dann die Bienen noch auf einer wunderbare Blütenvielfalt landen können, ist doch schon viel, sehr viel gewonnen. Wie Du Seedbombs ganz einfach selber herstellen kannst, erfährst Du ganz bald hier auf meinem Blog.

5. Brombeerstängel. Es gibt Wildbienenarten und andere Insekten, die vorgefertigte Nisthilfen nicht in Anspruch nehmen. Diese Bienen sind gerne ihre eigenen Bauherren und nehmen gerne abgebrochene Stängel oder Geäst in Anspruch. Sie legen sich Gänge nach ihren Bedürfnissen an, indem sie sich Löcher in die Stängel beißen. In vielen Städten und sehr aufgeräumten Gärten besteht so kaum noch Lebensraum für diese Art von Wildbienen. Hier können an Geländern angebundene Brombeerstängel sehr gut Abhilfe schaffen. Der Brombeerstängel sollte ca. 50-100 cm lang sein. Du kannst ihn gut mit einem umweltfreundlichen Band befestigen. Die Stängel sollten immer senkrecht und einzeln am Geländer angebunden werden. Sie sollten keinen Kontakt zum Boden haben, um ein frühzeitiges Verrotten zu vermeiden. Die Stängel müssen unbedingt über den Winter bis zum darauffolgenden Frühjahr hängen gelassen werden, da die Bienen erst dann schlüpfen. Eine super Idee für alle Geländer und auch Balkone. Gerade in der Stadt ist das eine sehr einfache Art, etwas Gutes für die markbewohnende Wildbiene zu tun.

6. Balkonbeet aus Europaletten. Das ist eine tolle Möglichkeit, mit einem begrenzten  Platzangebot, sich ein geniales Blumenbeet zu zaubern. Hier haben wir aus einer Europalette, zwei Brettern, Teichfolie, Erde und Pflanzen ein schönes, buntes Blumenbeet erstellt. In der kleinen Gruppe von 4 Personen, ging das recht schnell und hat super Spaß gemacht. Alle DIY-Freunde werden hier leuchtende Augen bekommen. Das selbst erstellte Balkonbeet haben wir mit bunten Pflanzen bestückt, und schnell wurde die Stadt zu einem kleinen Ort, an dem Bienen sich richtig zu Hause fühlen.

REWE ist seit vielen Jahren ein Vorreiter in Sachen Bienenschutz und setzt sich seit mehr als 10 Jahren für mehr Artenvielfalt ein. Viele regionale Obst und Gemüsesorten tragen bei REWE das PRO PLANET-Label. Mit dem Kauf dieser Produkte, kannst Du auch auf eine andere Art und Weise etwas zum Bienenschutz beitragen.

Mir persönlich hat der Workshop unheimlich viel gebracht und ich habe mein Wissen unheimlich erweitern können. Einiges war mir schon vorher bekannt, aber vieles war mir auch völlig neu. Auch zu sehen, wie schnell und unkompliziert mit ein paar Handgriffen tolle Möglichkeiten entstehen können, die den Bienen aktiv helfen leichter ihren Lebensraum zu finden, hat mich nachhaltig beeindruckt.

Ich selber sehe jetzt auch meinen eigenen Garten mit anderen Augen. Ich habe zufällig und eher aus Zeitmangel dort bereits einiges richtig gemacht und kleine und wichtige Stellen für Wildbienen und andere Insekten geschaffen. Ein bunter, wilder Mix aus verschiedenen Blumen, etwas Unkraut und einigen Büschen. Und mir fällt mit einem Lächeln auf, ich habe einige Bienen im Garten.

Habe ich vor vielen Jahren noch akkurate Gärten mit einer immer wiederkehrenden Blumensorte bewundert, weiß ich jetzt, dass dort nicht immer viel Leben wohnt.

Vielleicht hast Du auch Lust mitzuhelfen, unseren Bienen ein schönes Zuhause zu geben! Suche Dir einfach die Idee aus, die Dir am besten gefällt und die Du gut umsetzen kannst. Jeder kleine Beitrag zählt und ist so wertvoll für unsere Natur.

Solltest Du schon für unsere Bienen aktiv sein, möchte ich Dir DANKE sagen. Dein Beitrag ist für unsere Wildbienen so hilfreich und lebenswichtig.

Meine Kinder zeigen sich übrigens auch sehr interessiert an diesem Thema. Als ich hier mit meiner Nisthilfe nach Hause kam, haben wir sofort einen geeigneten Platz dafür gesucht. Die Kinder und ich sind schon sehr ganz gespannt, welcher Bewohner dort wohl als erstes einziehen wird.

Macht Euch einen wunderbaren Tag.

Martina

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3 Comments

  • Reply
    Jule
    30. August 2018 at 11:41

    Liebe Martina, herzlichen Dank, dass ich dich zu diesem tollen und wirklich nachhaltigen Workshop begleiten durfte. Ich habe so viel Neues gelernt und werde meinen Garten jetzt noch ein bisschen bienenfreundlicher gestalten. Liebe Grüße, Jule

  • Reply
    Dr. Maren Meyer-Grünefeldt
    3. September 2018 at 15:27

    Liebe Martina,

    es freut mich zu lesen, dass Dir der Workshop solche Freude bereitet hat und Du den Tag genossen hast. Ich habe an dem Tag mit Euch auch sehr viel Spaß gehabt, deswegen lese ich natürlich nun auch ganz gespannt Eure Berichte. Ich finde es toll, wie Du die ganzen vielen Informationen aufbereitet hast. Es macht wirklich Spaß zu lesen. Wenn ich es nicht sowieso schon tun würde, wäre ich sofort am Basteln 🙂
    Mir ist ein kleiner Fehler bei Deiner Beschreibung des Mehrartenhauses aufgefallen. Die Löcher sollten zwischen 2-6 mm groß sein und nur einige Wenige maximal 10 mm (Du schreibst 8-10 cm, das wäre viel zu groß).

    Ich habe auch noch einen kleinen Nachtrag, da beim Workshop eine ganz wichtige Information meines Erachtens viel zu kurz gekommen ist. Bitte achtet immer darauf mit torffreier Erde zu gärtnern. Schon über 60 Prozent der europäischen Moore sind abgebaut und somit zerstört worden. Moore sind einzigartige Lebensräume, die auch vielen bedrohten Tierarten ein Zuhause bieten. Außerdem speichern sie Unmengen an Kohlenstoff und sind somit sehr wichtig für den Klimaschutz, aber eben nicht fürs Gärtnern. Tatsächlich sind in die Erden gemischter Rindenhumus (nicht mit Rindenmulch verwechseln) oder Kompost die bessere Beigabe.

    So, das war es nun wieder von meiner Seite aus. Ich bin gespannt auf Deinen nächsten Bericht und freue mich schon aufs Lesen.
    Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder – z.B. in Bremervörde 😉
    Viele liebe Grüße
    Maren

    • Reply
      Lady Landrand
      3. September 2018 at 18:53

      Liebe Maren,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ahhhh das ist mir doch ein Fehler durchgehuscht. Vielen Dank für Deinen Hinweis.
      Das mit der torffreien Erde ist ein sehr guter Tipp und war mir bisher noch nicht bekannt. Ich bin mir sicher, dass meine Leser das bestimmt auch interessiert. Bei Gelegenheit gebe ich das so an meine Community weiter.
      Vielen Dank, dass Du so wunderbar durch den Workshop geführt hast. Ich konnte mein Wissen ganz toll erweitern. DANKESCHÖN!!!
      Ich würde mich sehr auf ein Treffen in Bremervörde freuen.
      Ganz liebe Grüße
      Martina

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